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Zunehmende Anzahl an Schmerzpatienten benötigt Facharzt für Schmerzmedizin

04.03.2016 15:15
Seit Jahren nimmt die Anzahl chronischer Schmerzpatienten in Deutschland zu. Laut des aktuellen Arztreports 2016 der Barmer GEK, erhalten inzwischen 33 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest einmal pro Jahr eine Schmerzdiagnose. „Um dieser großen, wachsenden Patientenzahl gerecht zu werden, benötigen wir eine gravierende Verbesserung der derzeitigen Versorgungssituation. Wir brauchen den Facharzt für Schmerzmedizin“, sagte Dr. Oliver Emrich, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS).

Ärzte, die chronische Schmerzpatienten behandeln, stammten aus unterschiedlichen Facharztgebieten. Darunter fänden sich Orthopäden, Neurologen, Anästhesiologen, Allgemeinmediziner und Internisten. „Die chronische Schmerzerkrankung überschreitet die Grenzen dieser Fachgebiete“, sagte Dr. Oliver Emrich beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag.

Das bio-psycho-soziale Schmerzmodell, das besagt, dass chronische Schmerzen sowohl körperliche als auch psychische und soziale Anteile haben, sei inzwischen zwar etabliert, von einem komplexen Standard in Diagnostik und Therapie könne aber noch keine Rede sein. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. fordert daher schon seit Jahren die Einführung eines Facharztes für Schmerzmedizin, um der Komplexität der Erkrankung gerecht zu werden. Nur so könne eine ausreichende Versorgung der zunehmenden Zahl an Patienten gesichert werden. Denn die Bedarfsplanung in der Medizin richtet sich immer nach Facharztgruppen aus.

Ein weiteres damit verbundenes Problem sei die Sicherung des ärztlichen Nachwuchses. Aktuell könnten Facharztsitze beispielsweise in der Neurologie nur mit einem entsprechenden Facharzt nachbesetzt werden, unabhängig davon, ob dieser Neurologe die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie besitze.

Seit Jahren nimmt die Anzahl chronischer Schmerzpatienten zu.

Die Anzahl der Patienten mit chronischen Schmerzen nehme seit Jahren kontinuierlich zu, beklagte PD Dr. Michael Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL). Inzwischen sei rund ein Drittel der Bevölkerung betroffen. „ Niemand kümmert sich um den Schmerzpatienten in seiner Gesamtheit“, so Überall weiter. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage von 2011 stellte sich heraus, dass diese Patienten nicht einmal ernst genommen werden: 25 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen schon einmal vorgeworfen wurde, die Schmerzen nur vorzuschieben, um nicht arbeiten zu müssen. Um der Komplexität der Schmerzerkrankung gerecht zu werden, fordert daher auch die Deutsche Schmerzliga die Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin.

Weitere Informationen unter www.schmerz-und-palliativtag.de

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