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Hertie-Stiftung gewinnt deutsche Multiple-Sklerose-Experten für internationales Kooperationsprojekt

28.08.2015 20:52
Die Hertie-Stiftung setzt sich gemeinsam mit der amerikanischen Myelin Repair Foundation (MRF) für eine stärkere und frühzeitige Vernetzung der Grundlagenforschung und ihrer praktischen Anwendung durch die Pharmaindustrie ein. In einem Teilgebiet der Multiple-Sklerose-Forschung – der Wiederherstellung der Nervenschutzhülle Myelin – arbeiten Wissenschaftler bereits in dieser vernetzten Form zusammen.Aktuell konnte die Hertie-Stiftung drei deutsche MS-Experten für die Mitarbeit an dem Forschungscluster hinzugewinnen: Prof. Martin Kerschensteiner von der LMU München, Prof. Mikael Simons vom Max-Planck-Institut Göttingen und Prof. Christine Stadelmann-Nessler von der Universität Göttingen. Die Hertie-Stiftung stellt jährlich 500.000 Euro für die Forschungsprojekte bereit.
Hertie-Stiftung gewinnt deutsche Multiple-Sklerose-Experten für internationales Kooperationsprojekt

Prof. Christine Stadelmann-Nessler

Die drei Wissenschaftler wurden aufgrund ihrer Expertise in Spezialgebieten der MS-Forschung von der Hertie-Stiftung und der MRF ausgewählt. Dr. Eva Koch, Leiterin MS-Projekte der Hertie-Stiftung: „Als einer der größten privaten Förderer der MS-Forschung in Deutschland verfügen wir über ein engmaschiges Experten-Netzwerk mit Wissenschaftlern, Ärzten und MS-Verbänden. Wir unterstützen die Arbeit der MRF und der drei Forscher in der Hoffnung, die Medikamenten-Entwicklung künftig – auch über das Gebiet der Multiplen Sklerose hinaus – grundsätzlich zu beschleunigen.“

Die Beschleunigung soll dadurch erreicht werden, dass die Wissenschaftler ihr Fachwissen von Anfang an bündeln und besonders eng zusammenarbeiten. Sie tauschen Versuchsprotokolle aus und teilen auch unveröffentlichte Ergebnisse miteinander – ein Verfahren, das sonst in der Forschung ungewöhnlich ist. Vielversprechende Ergebnisse werden in einem eigenen Labor unter industriellen Bedingungen repliziert. In den USA arbeitet das Forschungscluster der MRF schon seit 2004 in dieser Form. Seither konnten bereits erste Erfolge verbucht werden: Neun US-Patente wurden angemeldet, zwei identifizierte Wirkstoffe werden gerade in klinischen Studien getestet. Ziel ist, bis 2024 eine Therapie für MS-Betroffene zu entwickeln.

Prof. Martin Kerschensteiner forscht seit 2005 an der LMU München - zunächst als Leiter einer Emmy-Noether Nachwuchsgruppe, später als Professor für Translationale Neuroimmunologie und seit 2013 als Direktor des Instituts für Klinische Neuroimmunologie. Er untersucht vor allem die Frage, wie es bei der Multiplen Sklerose zur Schädigung des Nervengewebes kommt und hat hierzu einen Mikroskopieansatz entwickelt, der es erlaubt, die Bewegung und Funktion einzelner Zellen im lebenden Gewebe zu verfolgen. In dem jetzt geförderten Projekt möchte er diese Mikroskopietechnik nutzen, um besser zu verstehen, wie in MS-ähnlichen Läsionen die Isolationsschicht der Nervenzellverbindungen, das sogenannte Myelin, geschädigt wird und warum nachfolgende Reparaturprozesse nur eingeschränkt ablaufen können.

Prof. Mikael Simons arbeitet seit 2004 am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. Seit 2007 ist er zusätzlich als klinischer Oberarzt in der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Göttingen in der Krankenversorgung tätig.Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt im Bereich der Myelin-Biologie und der Neurodegeneration. In dem jetzt geförderten Projekt sollen die molekularen Mechanismen der Myelinentstehung entschlüsselt werden, um so neue Therapieansätze zur Remyelinisierung entwickeln zu können. Prof. Simons hat zahlreiche Preise erhalten, darunter den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Prof. Christine Stadelmann-Nessler ist seit 2002 als Neuropathologin an der Universität Göttingen tätig. Hier erforscht sie schwerpunktmäßig die Mechanismen, die bei verschiedenen Erkrankungen des zentralen Nervensystems zur Schädigung der Markscheiden führen. Das nun geförderte Projekt beschäftigt sich vor allem mit den Schädigungsabläufen in frühen Stadien der Multiplen Sklerose. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten für die Entwicklung von Therapien für die Regeneration der Markscheiden relevant sein. Prof. Stadelmann-Nessler ist Trägerin des Sobek-Nachwuchsforschungspreises für herausragende Beiträge zur Erforschung der Multiplen Sklerose.

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