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Pfizer übernimmt Hospira unter Auflagen

28.08.2015 20:45
Die Europäische Kommission hat die von Pfizer geplante Übernahme von Hospira nach der EU Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt. Die Genehmigung erfolgt unter der Bedingung, dass Pfizer bestimmte sterile injizierbare Arzneimittel sowie sein derzeit in der Entwicklung befindliches, dem Medikament "Infliximab" äquivalentes biotechnologisches Arzneimittel, veräußert.

Untersuchung der Kommission

Das Arzneimittel "Infliximab", das in den 1990er Jahren entwickelt wurde, zählt zu den drei meistverkauften Arzneimitteln der Welt. Es dient zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie rheumatoider Arthritis oder der Crohn-Krankheit. Ein äquivalentes biotechnologisches Arzneimittel wurde zum Vertrieb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zugelassen (entwickelt von Celltrion, vermarktet durch Celltrion und Hospira), und zwei Unternehmen verfügen über äquivalente biotechnologische Arzneimittel in fortgeschrittenen Stadien der Entwicklung (Samsung Bioepis und Pfizer). Die Untersuchung der Kommission ergab, dass die geplante Übernahme Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken in Bezug auf den Markt für "Infliximab"- Ersatzarzneimittel geben könnte, weil damit zu rechnen wäre, dass Pfizer nach der Übernahme entweder

- die Entwicklung seines äquivalenten biotechnologischen Arzneimittels verzögert oder einstellt und sich eines von nur drei verschiedenen äquivalenten biotechnologischen Arzneimitteln, deren Entwicklung fortgeschritten ist (1. Hospira/Celltrion, 2. Samsung Bioepis, 3. Pfizer), wegfiele

- oder den Vertrieb des Produkts von Celltrion durch Hospira einstellt, so dass der Preiswettbewerb zwischen Hospira und Celltrion beendet würde.

Beide Folgen der Übernahme (Rückgang der Zahl der äquivalenten biotechnologischen Arzneimittel von drei auf zwei und Wegfall des Preiswettbewerbs) würden den Wettbewerb auf dem Markt für das Arzneimittel "Infliximab" beeinträchtigen.

Bei sterilen injizierbaren Arzneimitteln handelt es sich um eine große Gruppe von IP/15/5470 Arzneimitteln. Die meisten der im Rahmen der Untersuchung betrachteten sterilen injizierbaren Arzneimittel werden als Chemotherapie zur Behandlung von Krebs verwendet. Was diese Arzneimittel betrifft, so ergab die Untersuchung, dass vor allem wegen der hohen gemeinsamen Marktanteile von Pfizer und Hospira und der geringen Zahl der auf diesen Märktenverbleibenden Wettbewerber wettbewerbsrechtliche Bedenken in Bezug auf bestimmte Moleküle in einigen Mitgliedstaaten bestehen (insbesondere Carboplatin in Belgien; Cytarabin in Belgien, Italien, Portugal und Schweden; Epirubicin in Österreich, Belgien, Italien, den Niederlanden und Spanien; Irinotecan in Belgien, der Tschechischen Republik und Italien;Vancomycin in Irland und Voriconazol im gesamten EWR).

Verpflichtungen

Infolge eines umfassenden Markttests zu den ursprünglichen Verpflichtungsangeboten legten die Unternehmen verbesserte Verpflichtungen vor, die Folgendes vorsahen:

- in Bezug auf "Infliximab" die vollständige Veräußerung der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung seines derzeit in der Entwicklung befindlichen, dem Medikament "Infliximab" äquivalenten biotechnologischen Arzneimittels (einschließlich der dazugehörigen Rechte des geistigen Eigentums, Technologie und Know-how), wobei die Rechte zum Vertrieb außerhalb des EWR beim aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmen verbleiben sollten;

- in Bezug auf sterile injizierbare Arzneimittel die Veräußerung von Zulassungen und damit verbundenen Rechten von Pfizer bzw. Hospira hinsichtlich aller fraglichen Moleküle in den jeweiligen Ländern.

Durch die verbesserten Verpflichtungen werden die Überschneidungen zwischen den Geschäftstätigkeiten von Pfizer und Hospira auf allen Märkten beseitigt, in Bezug auf welche die Kommission wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert hatte. Daher stellte die Kommission fest, dass der geplante Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungen geänderten Form keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Das Vorhaben wurde am 15. Juni 2015 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

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