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Europas modernstes Pharmalager geht in Betrieb

28.08.2015 20:54
Ab April 2015 finden temperatursensitive Pharmazeutika eine neue Heimat: Im pfälzischen Fußgönheim bei Ludwigshafen nimmt der Logistikdienstleister Frigo-Trans das modernste Pharmalager Europas in Betrieb.

Eine lückenlose Kühlkette ist für empfindliche Pharma-, Diagnostik- und Healthcare-Produkte unerlässlich. Innerhalb welcher Temperaturspektren sie transportiert und gelagert werden müssen, damit sie ihre Wirksamkeit behalten, hängt von der individuellen Rezeptur ab. Prinzipiell gibt es drei pharmarelevante Temperaturzonen: -25°C, +2°C bis +8°C und +15°C bis +25°C. Das neue „Cool Chain Control Pharmacenter“, so der offizielle Name, bedient die gesamte Temperaturrange und bietet qualifizierte Lagerplätze auf vorerst 9.000 Quadratmetern. Das Angebot sei offenbar für viele Pharma-Unternehmen interessant, denn bereits jetzt sei die Fläche zu 80 % ausgebucht, teilte Frigo-Trans mit.

„Nicht kleckern, sondern klotzen“ – nach dieser Devise habe der Mittelständler den 17-Millionen-Neubau in der Rekordzeit von 14 Monaten auf die grüne Wiese gebaut. Neben den beiden Logistikhallen sind auf einem Areal von 30.000 Quadratmetern ein dreistöckiges, gläsernes Verwaltungsgebäude für zirka 100 Mitarbeiter, eine Lkw-Waschanlage, eine eigene Kfz-Werkstatt sowie Sozial- und Schlafräume für die Fahrer entstanden.

„Unsere Vision war es, einen neuen Standard für moderne Pharmalagerhaltung und -logistik zu schaffen – und zwar europaweit“, sagt Peter Norheimer, geschäftsführender Gesellschafter von Frigo-Trans. Dank einer intelligenten Verknüpfung modernster Lager-, Mess-, Klima-, IT- und Sicherheitstechnik sei ihm und seinem Bauteam, der Frigo-Construction, einem Spin-off der Mutterfirma, das auch gelungen. So setzt Frigo-Trans beispielsweise als erster Logistiker in Europa modernste Rampentechnik mit Andockstationen aus den USA ein. Sie sorgt dafür, dass die Kühlkette auch beim Be- und Entladen der Trailer durchgängig garantiert wird.

Maximale Sicherheit – nach diesem Grundsatz ist das Warenlager konzipiert und gebaut. So wird in allen Temperaturzonen mit einer redundanten Energie- und Kälteversorgung gearbeitet. „100 Prozent Redundanz im Kühl- und Heizsystem schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Nachhaltigkeit durch Energierückgewinnung“, betont Bauleiterin Tina Norheimer. Ein Notstromaggregat (1000 kVA) mit 7.000 Litern Diesel hält das Lager und alle operativen Systeme im Bedarf für mindestens 72 Stunden am Laufen.

Qualifizierte Lagerfläche bedeutet aber auch, dass nur das an Qualität akzeptiert wird, was bewiesen werden kann. Daher spielt die permanente Messung und Dokumentation aller temperaturkontrollierten Lagerbereiche eine wichtige Rolle. Dass der Warenfluss im Lager bis ins Detail und nahtlos (rück)verfolgt werden kann, regelt eine validierte Lagerverwaltungssoftware. Außerdem wird per Videoaufzeichnung jede Palette vom Wareneingang bis zum Warenausgang verfolgt und ihr Weg aufgezeichnet.Auch beim Thema Sicherheit hat der Mittelständler weder Kosten noch Mühen gescheut. Neben zonenbezogenen Alarmanlagen regelt eine RFID-gebundene Kontrolle den Zugang zum Lager. Nur Personen, deren individuelle Profile hinterlegt sind, erhalten Zutritt zu den entsprechenden Bereichen, alle anderen werden abgewiesen.

In der Baukonzeption war die vielfältige Nutzung der Lagerfläche einer der wichtigsten Punkte. Pharmaproduzenten und Pharmadistributoren werden es zur kurzfristigen Zwischenlagerung, zur langfristigen Einlagerung oder zur Kommissionierung nutzen können. „Von small bis extra-large geht alles“, erklärt Norheimer. Das gilt für einen einzelnen Palettenstellplatz bis hin zu einer Lagerfläche für große Mengen, mit der Hersteller ihre Produktionsspitzen abfedern können.

2013 feierte Frigo-Trans 25-jähriges Jubiläum. Der Schlüssel zu diesem Erfolg liege in der frühzeitigen Spezialisierung auf die so genannte "Cool Chain Logistik", den Transport temperaturgeführter Güter. „Wer für die Pharma- und Healthcare-Branche arbeiten will, der muss den hohen, gesetzlich regulierten Qualitätsanforderungen nicht nur gerecht werden, er muss sie verstehen und leben. Und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche“, betont Norheimer.

Ab 2009 hat das Unternehmen eine Flotte von insgesamt 85 Sattelanhängern aufgebaut. Darunter sind 53 Hightech-Trailer, die sogenannten "Pharma-Liner". Die Temperatur der Pharmazeutika in ihnen wird durch modernste Mess- und Regeltechniküberwacht. Alle fünf Minuten übermittelt z. B. ein spezielles Telematik-System per GPRS verschiedene Daten an die Zentrale, wie beispielsweise Position und Temperatur der Fracht oder den Dieselfüllstand im Tank. Gibt es Unregelmäßigkeiten, werden Fahrer, Disponent und sogar wahlweise der Kunde automatisch informiert und können reagieren.

Maximale Zugangssicherheit gewähren beispielsweise 2,5 Zentimeter dicke Volledelstahlbolzen, die 30 Sekunden nach dem Schließen in das Chassis fahren und nur mit einem Code wieder geöffnet werden können. Damit eignen sich die "Pharma-Liner" für maximal gesicherte Transporte, beispielsweise für Pharmazeutika, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Für diese in Eigenregie konzipierten Trailer gewannen die Pfälzer 2009 das erste Mal den internationalen Branchenpreis „Cool Chain Excellence Award“ als bester Kühlkettenlogistiker Europas. Zwei Jahre später folgte die zweite Auszeichnung, dieses Mal für das "Cool Chain Control System", das den Logistikanforderungen der Pharmaindustrie hinsichtlich Sicherheit und Flexibilität eine ganzheitliche Lösung bietet. 2015 ist Frigo-Trans schließlich der "Titel-Hattrick" gelungen: Hauptgrund für den dritten „Cool Chain Excellence Award“ ist das hochmoderne Pharmalager, das mit seinem Systemgedanken die Lücke zwischen Transport und Lagerung perfekt schließt. „Transport meets Warehouse“ nennt Norheimer dieses betriebswirtschaftliche Konzept, das auf den vier Säulen des "Cool Chain Control Systems" basiert: hochgesicherte Hightech-Trailer für den Transport, innovative Technik für die Überwachung, bestens ausgebildete Mitarbeiter und jetzt auch 9.000 Quadratmeter qualifizierte Lagerfläche.

Frigo-Trans hat den Abspruch, für seine Kunden ein ein "Rundum-sorglos-Paket" zu schnüren, denn in Fußgönheim lagert der Dienstleister nicht nur Pharmazeutika, sondern stellt auch Paletten für den Luftfrachtversand bereit, kühlt Transportverpackungen vor, be- und entlädt Seefrachtcontainer, bündelt Aufträge, kommissioniert LTL-Chargen verschiedener Hersteller mit gleichen Temperaturanforderungen und Zielen und liefert sie dann termingerecht und europaweit aus. „Wir wollen ein absolut zuverlässiger Partner in der Supply Chain sein. Das bedeutet, dass wir die Integrität der Produkte garantieren und damit Patientensicherheit schaffen – das höchste Gut in der Pharmabranche“, bringt Norheimer die Vision auf den Punkt.

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