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eHealth-Konzepte: Faktenminimale Euphorie ist Wasser auf die Mühlen der Innovations-Gegner

28.08.2015 20:46
Die Skepsis vieler Ärzte gegenüber eHealth-Lösungen ist noch groß. Dieser Haltung könne nur mit Fakten begegnet werden, doch hierbei würden manche Konzept-Promotoren einen entscheidenden Fehler machen, hat das Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) festgestellt.

Die Anzahl der eHealth- und -Health-Angebote wächst kontinuierlich. Zum Teil haben sie aufgrund ihres Innovationsgrades einen vollkommen eigenständigen Charakter, zu einem anderen sind sie untereinander kompatibel oder stehen zueinander in Konkurrenz (z. B. cloudbasierte Praxissoftware oder Tools für Online-Patientensprechstunden). Allein gemeinsam sei, so das IFABS, dass ihre Marketingprofile darauf angelegt seien, möglichst viele potenzielle Nutzer zu interessieren und zum Einsatz zu aktivieren, denn auf vielen Gebieten sei es auch für kleinere Anbieter und Unternehmen durchaus möglich, eine Marktführerschaft aufzubauen. Das beste Argument, um das zu erreichen, sei der Verweis auf Anwendungserfolge.

Ein app-gestütztes Konzept zur informativen und kommunikativen Begleitung von Krankenhaus-Patienten – von der Einweisung bis zur Entlassung – wird beispielsweise mit dem Argument profiliert, dass definitiv eine enorme Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung nachgewiesen werden konnte. Dieser Beleg für die Praxistauglichkeit sei zunächst beeindruckend, ein Blick hinter die Kulissen zeige jedoch, dass er auf den Resultaten einer sehr kleinen Untersuchung im Rahmen einer Diplomarbeit beruhe (von einem definitiven Nachweis kann somit keine Rede sein), vage Kriterien verwende (Schulnoten) und der Parameter „enorm“ eine subjektive Bewertung repräsentiere.

Diese methodischen Mängel lassen nun nicht dem Umkehrschluss zu, dass der Ansatz schlecht oder ungeeignet ist, betont das IFABS. "Im Gegenteil: er eignet sich sogar sehr gut, die Kommunikations-Problematik von Patienten im Umfeld von Klinikaufenthalten zu entschärfen." Und natürlich könnten für diesen und die vielen anderen innovativen Ansätze noch keine umfassenden, belastbaren Ergebnisse existieren, aber die Suggestion, dass es sie gebe, sei auch keine Lösung. Leider werde das bei vielen Profilierungen übersehen, so das IFABS. Statt einer faktenminimalen Euphorie wäre es z.B. besser, die Öffentlichkeit mit Hilfe von Monitoring-Untersuchungen kontinuierlich über Resultate zu informieren. Dieser Weg sei authentisch und ehrlich, jeder Interessierte könne dann selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt für ihn die entscheidungsrelevanten Fakten geschaffen sind. Argumentations-Schienen wie die eingangs beschriebene hätten nämlich noch eine ganz entscheidende Nebenwirkung: Sie dienen den Innovations-Gegnern als Abwehrargumente.

Quelle: http://bit.ly/1fBQfV2

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