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BPI widerspricht Lauterbach

28.08.2015 20:44
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) weist die in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" getätigten Aussagen des Gesundheitspolitikers Professor Dr. Karl Lauterbach zur Krebsforschung zurück. Der SPD-Politiker wirft der Pharmaindustrie vor, sie verhindere Erfolge bei der Krebsforschung.

„Das Gegenteil ist richtig und offensichtlich“, sagt Dr. Norbert Gerbsch (Foto), stellvertretender BPI-Hauptgeschäftsführer. „Gerade die Pharmaindustrie macht es möglich, dass man viele Krebsarten heute viel besser behandeln kann. Dank der Behandlungserfolge ist die Krebssterblichkeit bei immer mehr Krebsarten rückläufig." Insgesamt würden Krebspatienten nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums heute nach ihrer Diagnose nahezu sechsmal länger leben als noch vor ungefähr 40 Jahren und das eben auch dank moderner, maßgeschneiderter Therapien, die Professor Lauterbach zu Recht als "High Tech" bezeichne. Dass man Krebs in vielen Fällen noch nicht heilen könne, sei kein Geheimnis, aber das liege sicherlich nicht am mangelnden Einsatz der Pharmaforschung. „Die stetige Verlängerung der Überlebenszeit ist hingegen ein wichtiges Ergebnis auf dem langen Weg, Schritt  für Schritt die Heilung von Krebs zu erreichen. Eine ähnliche Entwicklung hat man schon im Kampf gegen HIV/Aids gesehen, bei dem bei frühzeitigem Behandlungsbeginn heute eine nahezu normale Lebenserwartung erreicht werden kann“, so Gerbsch.

Lauterbach wirft der Pharmaindustrie im "Spiegel" außerdem vor, Krebsmedikamente unter „sehr hohem Zeitdruck“ zu erforschen und zu entwickeln und zu sehr hohen Preisen auf den Markt zu bringen. In der Tat liege es im Interesse der Patienten und der Pharmaindustrie, den betroffenen Patienten Innovationen so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen, jedoch nicht ohne sie vorher wie gesetzlich vorgeschrieben ausreichend in klinischen Studien geprüft zu haben, betont der BPI.

Würde jemand, der, wie Lauterbach behauptet, Forschung verhindert, so handeln?, fragt Gerbsch. Der Gesundheitspolitiker betone zu recht die große Bedeutung der Grundlagenforschung, die häufig der industriellen Forschung vorweggeht. „Das gute Ineinandergreifen beider Schritte ist von entscheidender Bedeutung“, betont Gerbsch. „Häufig liefert die Grundlagenforschung neue Ansatzpunkte zur Behandlung, aber erst die Pharmaindustrie macht daraus einsatzfähige Medikamente und trägt dabei den weitaus größten Teil der Kosten.“

Gegen den Vorwurf Lauterbachs, die innovativen Krebsmedikamente seien überteuert und überlasteten das Gesundheitssystem, wehrt sich der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer: „Dies sind Investitionen in die weitere Verlängerung der Lebenserwartung und die Verbesserung der Lebensqualität. Fortschritt hat aufgrund der hohen Forschungsaufwendungen und der wirtschaftlichen Entwicklungsrisiken natürlich seinen Preis, kann aber auch an anderer Stelle Kosten einsparen, wenn zum Beispiel die bisher eingesetzten Arzneimittel oder zusätzliche Behandlungen etwa wegen Nebenwirkungen wegfallen. Außerdem sollte Prof. Lauterbach nicht vergessen zu erwähnen, dass die Pharmaindustrie nicht nur den Fortschritt sichert, sondern auch die preiswerte Versorgung mit bewährten Arzneimitteln gegen Krebs.“

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