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„Das Wichtigste ist es, den Patienten anzufassen“

03.03.2016 16:56
Kompetente und hilfreiche Tipps für den Praxisalltag zur Behandlung von Patienten in unterschiedlichen Schmerzsituation erhielten Besucher des Deutschen Schmerz- und Palliativtages im Rahmen des Seminars „Speed-Dating Schmerzmedizin“, einer Veranstaltung zum Update über die verschiedenen Schmerzformen. Diagnostik und Therapie von Schmerzen im Alter, Kopfschmerz, Nervenschmerz, Tumorschmerz sowie Rücken- und Gelenkschmerz standen dabei im Fokus.

Eine der häufigsten Schmerzformen, mit denen Ärzte konfrontiert werden, sei der Rückenschmerz. Dazu Dr. Silvia Maurer, Bad Bergzabern: „Das Wichtigste ist es, den Patienten anzufassen.“ Schon wenn der Patient sich auszieht, erhalte der Arzt wichtige Hinweise für die Diagnostik: Wie beweglich ist der Patient, wie steht er, liegen evtl. Haltungsschäden vor? Im nächsten Schritt lässt sich mit Hilfe einer manuellen Untersuchung die Beschaffenheit der Muskulatur sowie die Reaktion bestimmter Triggerpunkte prüfen. Eine bildgebende Diagnostik sei dann häufig gar nicht mehr notwendig. Viel wichtiger sei dagegen die Anamnese inklusive der Erhebung psychischer sowie von Lebensstilfaktoren.

Bei starken Tumorschmerzen schnell helfen

Die Behandlung starker Tumorschmerzen verglich Dr. Norbert Schürmann, mit dem Löschen eines brennenden Hauses. „Wenn Sie zu einem Patienten mit starken Tumorschmerzen nach Hause kommen, ist es wichtig, ihm schnell zu helfen.“ Mit einer Opiattitration könne in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit das Schmerzniveau um 60 Prozent reduziert werden. Zu einer fundierten Tumorschmerztherapie empfiehlt Schürmann darüber hinaus die Berücksichtigung einer Bedarfsmedikation sowie einer effektiven Medikation bei Durchbruchschmerzen. Zusätzlich sei es im Rahmen einer Opioidtherapie auch immer wichtig, an Antiemetika sowie Laxanzien zu denken.

Herausforderung Nervenschmerzen

Als eine schwieriger zu therapierende Schmerzform beurteilte Dr. Thomas Cegla den Nervenschmerz, da sie meist mittel- bis langfristig angelegt sei. Wichtig sei es daher, mit dem Patienten ein Therapieziel zu vereinbaren und klar zu kommunizieren, dass die Wirkung medikamentöser Therapien möglicherweise erst nach einigen Wochen eintrete.

Auch bei Kopfschmerzen sei die Kommunikation mit den Patienten besonders wichtig, betonte Dr. Astrid Gendolla. Um herauszufinden, um welche Art von Kopfschmerzen es sich handelt, sei die wichtigste Frage „Was tun Sie, wenn Sie Kopfschmerzen haben?“ Migränepatienten ziehen sich in der akuten Situation eher zurück und benötigen Ruhe, während Patienten mit Cluster-Kopfschmerz eher unruhig sind. Um einen medikamenten-induzierten Kopfschmerz zu diagnostizieren, sei außerdem die Frage nach der Häufigkeit der Medikamenteneinnahme wichtig.

Zunehmend ältere Schmerzpatienten

Eine zunehmende Aufgabe, so Dr. Johannes Horlemann, sei die Schmerztherapie bei geriatrischen Patienten. Da viele der älteren Schmerzpatienten ihre Symptome nicht mehr verständlich vermitteln können, beispielsweise weil sie außerdem unter einer Demenz leiden, sei es wichtig, auf spezifische Schmerzindikatoren zu achten. Dazu gehörten: Der Gesichtsausdruck, der verbale Ausdruck, die Körperbewegung, Veränderungen im interpersonellen Verhalten, Veränderungen der Aktivität sowie des mentalen Status. In der Behandlung sei außerdem zu berücksichtigen, dass viele der Patienten multimorbide seien und zahlreiche andere Medikamente erhalten. Hier müsse der Arzt unbedingt auf mögliche Arzneimittelinteraktionen achten.

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